Hallo lieber LADA Interessent.

Aus irgendwelchen Gründen, wurde bei jedem LADA-Fahrer, mal der Wunsch geboren,
einen Russen zu fahren. Die Beweggründe sind oft Unterschiedlich. Zum einen der Anschaffungspreis
zum anderen der Reiz ein “etwas anderes” Auto zu fahren, oder einfach nur, weil einem das Fahrzeug
gefällt. Welche Gründe auch immer einen zum LADA-Händler hetzen lassen, man”n” sollte
sich über ein paar Dinge im klaren sein und ein paar Regeln befolgen.

 Warum ein LADA:
Wer sich einen LADA kauft, sollte sich darüber im klaren sein, was er sich “antut”.
Jeder wird Ihn fragen; “Wie kannst Du nur?” Man ist ständig dabei zu erklären warum nur....., jeder will
wissen wie “er” denn so ist und fährt. Und ob er es allein bis zur nächsten Werkstatt Schafft:

 Der Russe ist ein Kamerad wenn man Ihn zu nehmen weiss
Der Wagen erfordert eine Umstellung gegenüber anderen Fahrzeugen. Es wird eine entschiedene Hand
beim Schalten erwartet (etwas hackeliges Getriebe, legt sich mit der Zeit), Servolenkung war lange ein
Fremdwort. Allerdings ist jeder LADA ein kleiner Lastwagen. Zuladung ohne Ende.

 Er ist sehr zuverlässig wenn man ihn pflegt.
Als Besitzer eines dieser Wagen sollte man sich etwas mehr damit beschäftigen, als andere
Fahrer sich mit Ihren Wagen abgeben. Das samstägliche Grossreinemachen genügt einem Russen
nicht. Er will, das man IHN beachtet, d.h. man sollte immer einen kleinen Werkzeugsatz bei sich
führen um evtl. lose Schrauben anzuziehen, ein Kontaktspray (hauptsächlich Samara) in dem
Sicherungskasten wirkt Wunder. Etwas Fett für Scharniere und Gelenke sollte auch nirgends fehlen.
Vor allem sollte der Kundendienstintervall peinlich genau eingehalten werden. Und am Anfang um
Gottes Willen NICHTS selber machen. Ausserdem sollte auf die Rostvorsorge sehr streng geachtet
werden. Wenn man dies beachtet hat man einen treuen Freund in der Garage stehen, um den einen
andere beneiden. Im Winter springt ein LADA immer als erster an, er hat wohlige Wärme im
Fahrzeuginnern während andere noch lange schnatternd Ihre Handschuhe suchen. Oder  wer kann
es sich vorstellen in einem Wagen bei 20 Grad minus im T-Shirt und kurzer Hose Autofahren.
Im LADA kein Problem. Da macht man sogar noch das Fenster etwas auf.

 Der Wiederverkaufswert ist besser als gemeinhin angenommen.
Da die Russen und Ukrainer absolut scharf auf die Westmodelle sind, ist der Wiederverkauf
kein Problem. Ebenfalls gibt es eine grosse Gemeinde von LADA-Fahrern  die nur von Gebrauchten
schwärmen. Also keine Angst. Es sollte nur beachtet werden, das ein Export in die Ukraine für
Fahrzeuge, die älter als 6 Jahre sind, fast nicht möglich ist,
ebenfalls für Wagen über 9 Jahre nach Russland.

 Man muss ihn behandeln wie ein störrisches kleines Kind.
Ein LADA will immer einen entschiedenen Fahrer. Bei Weicheiern verweigert er den Dienst.
Der Wagen hat eine Seele, und will bestimmt werden. Ausserdem ist er ein MACHO.
Kurzum, der Fahrer/Fahrerin muss entschieden zur Sache gehen. Ein ausgefallenes Gebläse lässt
sich meistens mit einem Tritt reparieren. Beim Glühbirnenwechsel sollte Mann/Frau nicht zu
zimperlich sein. Für kleine Wunden gibt es schliesslich einen Verbandskasten. Bei 1100er Samaras
kann schon auch mal der Vergaser Probleme bereiten. Ein Schraubenzieher und ein resoluter Griff
um den Luftfilter zu entfernen und um die Schrauben wieder anzuziehen, sollte einen nicht schrecken.
Allerdings sind Aufmerksamkeit und Bewunderung garantiert.Denn wer kann heute noch selbst
was an seinem Auto reparieren? Computerdiagnose ist ein Begriff, den es bei einem LADA nicht gibt.
Warum auch? Es gibt doch Hammer und Schraubenzieher.

 Das Auto hat keinerlei Prestigewert.
Dagegen wehre ich mich ganz entschieden. Seit ich LADA fahre werde ich von jedem gegrüsst,
plötzlich lernt man Nachbarn kennen, von denen man vorher nicht mal wusste.
Selbst auf “freier Wildbahn” wird man auf seinen Wagen angesprochen. Mit einem Golf passiert
einem sowas nicht. Von wegen kein Prestigewert.........

 Die Werkstatt: (Siehe auch “Händler” und die dortige Bewertung)
Diese ist das A&O eines jeden LADA. Achtet bitte streng auf das Autohaus, denn diese sind
schuld an dem teilweise schlechten Ruf der Fahrzeuge. Es gibt leider viele Hinterhofwerkstätten
die sonst keine Vertretung erhalten würden ausser der von LADA. Heute mit Sicherheit auch nicht
mehr, aber es gab auch andere Zeiten.
Leider bin ich mit einer dieser LADA-Vertretungen bei meinem ersten Samara auch aufgelaufen.
Es sollte entschieden vermieden werden, den Wagen in Fremdwerkstätten reparieren zu lassen.
Denn leider können die wenigsten mit der Technik eines LADA etwas anfangen, geschweige denn,
das sie seine Macken kennen. Bei einem Golf kennt die jeder, es gibt auch genug, und jede
Werkstatt hat mind. einen pro Woche auf der Hebebühne. Bei einem LADA sieht dies etwas anders
aus. Zumal er auch nicht so oft kaputt geht. Oder wer würde seinen Jaguar an einer Tankstelle
reparieren lassen. Hier bitte Farbe bekennen und NUR in die LADA-Werkstatt, ansonsten ist
der Ärger und Kummer vorprogrammiert und ihr werdet nicht glücklich miteinander. Es lohnt
sich also genau zu prüfen, bevor man einem Händler sein Vertrauen ausspricht. Man merkt es
eigentlich recht schnell, wenn man darauf achtet, ob eine Vertretung zu Ihrem Produkt steht oder
nicht, das merkt jeder. Bei meinem jetzigen Autohaus fährt die ganze Familie LADA
und das Haus gibt es jetzt schon in der zweiten Generation. Ausserdem wird ausschliesslich
LADA verkauft und sonst nix.

 Alles in allem steht einer Glücklichen Beziehung nichts im Wege,
wenn man Bedenkt das man sich auf eine Stufe, mit anderen exklusiven Marken wie z.B.
Jaguar, Lotus, Rover oder Rolls stellt.
Nicht lachen, aber der Vergleich stimmt. Denn das “Problem” eines LADA ist, das ihn keiner
kennt. Niemand kann “Mitreden” und es muss immer ein kleiner Weg zur nächsten Werkstatt in
Kauf genommen werden denn “um die Ecke” sind diese meistens nicht.
Aber, es macht einfach Spass einen LADA zu fahren. Um nichts auf der Welt würde ich diesen
Spass missen wollen. Vor allem stellt euch die Gaudi vor, mit einem LADA bei 180 km/h mit
Lichthupe an der Stossstange eines “gewöhnlichen” Wagens zu kleben,
(Verboten, OK, aber es macht Laune), beim 110-16V kein Problem.
Das Ding rennt, dass einem Hören und Sehen vergeht. 


Hier noch was zum lesen!